Startseite / Nachrichten / Deutschland befreit jüdische Zuwanderer vom COVID-19-Einreiseverbot

 

Der deutsche Bundesminister des Innern, für Bau und Heimat Horst Seehofer hat eine neue Kategorie in die Liste der Nicht-EU- / EWR-Reisenden aufgenommen, die vom EU-weiten Einreiseverbot ausgenommen sind, welche seit März 2020 wegen dem Coronavirus-Ausbruch verhängt wurden.

Minister Seehofer beschloss am 2. September 2020, jüdischen Zuwanderer, denen die Einreise untersagt wurde, die Einreise nach Deutschland wieder zu gestatten. Somit werden die jüdischen Zuwanderer nun in die Kategorie „Einreise aus humanitären Gründen“ eingestuft.

“Auf Empfehlung des EU-Rates vom 30. Juni 2020 konnten jüdische Zuwanderer, die hauptsächlich aus der Ukraine und Russland stammen, nicht in das Land einreisen”, heißt es in der Pressemitteilung des Ministeriums.

Ebenfalls wird auch darauf hingewiesen, dass die Grenzen für jüdische Zuwanderer trotz der epidemiologischen Situation, die weiterhin kritisch ist, in diesen beiden Ländern offen bleiben werden – da die Anzahl der Fälle für 1 Million Einwohner in Russland 7.097 und 3.216 in der Ukraine beträgt, während die Anzahl der Fälle pro 1 Million Bürger in Deutschland derzeit 112 ist.

“Mit dieser Entscheidung berücksichtigt das Bundesministerium für Inneres, Bauwesen und Inneres die große Bedeutung des Zulassungsverfahrens, das vor dem Hintergrund der historischen Verantwortung für die Verbrechen des Nationalsozialismus entstanden ist”, heißt es in der Pressemitteilung.

Das Ministerium hat seine diplomatischen Vertretungen im Ausland bereits darüber informiert, die Visumantragsverfahren für die jüdische Einwanderung nach Deutschland so bald wie möglich wieder aufzunehmen.

Alle jüdische Zuwandere unterliegt nach der Ankunft in Deutschland weiterhin den obligatorischen Quarantäneregeln des Bundeslandes, in dem sie nach Ankunft zuerst ankommen.

Die getroffene Entscheidung wurde vom Zentralrat der Juden in Deutschland begrüßt, dessen Präsident Josef Schuster die Regierung bereits im August schon gebeten hatte, die notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um die jüdischen Einwanderer nicht länger „vor den Türen“ Deutschlands stehenzulassen.

Laut “World Jewish Population, 2016”, einem Bericht des hebräischen Demografen Sergio Della Pergola, gibt es in der Ukraine zwischen 56.000 und 140.000 Juden und in Russland 179.500 Juden. Letzteres ist diese die siebtgrößte jüdische Gemeinde der Welt.