Deutschland verzeichnet den größten Anteil an EU-Asylanträgen, trotz sinkender Zahlen im Jahr 2019Das Jahr, das wir hinter uns lassen, war für die deutschen Behörden ein arbeitsreiches Jahr, in dem viele Asylanträge bearbeitet wurden.

Von Januar 2019 bis Ende November beantragten in Deutschland 133.270 Personen Asyl bei den Behörden. Dies entspricht einem Rückgang von 13% gegenüber 162.000 Anträgen im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Dennoch bleibt Deutschland das wichtigste Zielland für Asylsuchende in der Europäischen Union. Die vom EU-Statistikamt Eurostat veröffentlichten Daten zeigen, dass von Jahresbeginn bis September genau 111.015 Asylanträge in Deutschland gestellt wurden.

Während in diesem Jahr 23% aller in der Europäischen Union geltend gemachten Forderungen auf Deutschland entfielen, lag der Anteil mit 28% höher. Auch 2017 war der Anteil höher als in den beiden folgenden Jahren: 31% aller Asylanträge in der EU wurden in Deutschland gestellt.

Der Leiter des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge, Hans-Eckard Sommer, hatte im November diese Anyahlt der Anträge vorhergesagt.

„Ich gehe davon aus, dass wir zum Jahresende 140.000 bis 145.000 Anträge haben werden – also sogar etwas weniger als 2018“, sagte Herr Hans-Eckard Sommer, vor einem Monat.

Die Daten für 2019 zeigen, dass seit Anfang 2019 in der EU rund 587.000 Anträge eingegangen sind, was einem Anstieg von 11% gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht.

Afghanistan, Syrien und Venezuela waren das ganze Jahr über die drei grössten Asylbewerberländer. Jedes dieser Länder hat im Oktober eine Rekordzahl von Anträgen eingereicht, verglichen mit den vorhergehenden Monaten des Jahres.

Darüber hinaus geht aus den Statistiken des Europäischen Unterstützungsbüros für Asylfragen hervor, dass Staatsangehörige von Kolumbien, Pakistan, dem Irak, der Türkei, Albanien, dem Iran und Nigeria im Oktober eine erhebliche Anzahl von Anträgen gestellt haben, wobei Kolumbianer die meisten Anträge seit mindestens 2014 gestellt haben. Die Kolumbianer reichten fast dreimal so viele Anträge ein, wie im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Staatsangehörige aus visafreien Drittstaaten stellten im Oktober immer noch ein Viertel aller Anträge in der EU + (17.640), wobei 63% dieser Antragsteller Staatsangehörige von Ländern mit Sitz in Lateinamerika waren.